Kunst als erfahrene Kommunikation
Es ist unser Dasein, welches total von der Kommunikation durchdrungen ist. Alles kommuniziert. Es ist schwer vorstellbar, das alle Dimensionen nur dazu da sind, die totale Kommunikation zu beschreiben und wir haben sicher auch noch nicht alle Dimensionen, die wir wahrnehmen können entdeckt. Besonderheiten unseres Daseins z.B. sind Menschen, die im Bezug auf andere zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Zeitzonen leben. Oder die Sicht der Dimension Zeit nicht als allgegenwärtigen Minutentakt, sondern als lebendiges Zeitband von der Geschichte zur Gegenwart. Das zu denken ist natürlich schwer, aber in anderen Regionen unseres Erdballs normal.
Dasein und Sein ist nicht dasselbe. Sein ist die blanke Existenz, Dasein ist die Einordnung in den kompletten Austausch in unserer Welt, das Bewusstsein lässt uns da sein, mit all seinen Konsequenzen in Wahrnehmung und Falschnehmung.
Gut, und was hat das alles mit Kunst zu tun, fragen Sie sich sicherlich? Entgrenzt man den Wert Kunst, wird das Wesen der Kommunikation mit ihr auch immer endloser. Die Formensprache ändert sich vom Realen ins Abstrakte, von der Form zur Nichtform – also zum Nichts. Um in der Kunst nicht die Übersicht zu verlieren, muss man zumindest wieder Erfahrungen einsetzen, die auf einer jahrhunderte alten Wahrheit beruhen.
Während wir heute den Lehrling beauftragen, und den alten Meister in Vergessenheit geraten lassen, gab es eine andere Zeit, die heute langsam durch viele soziale Fehler wieder Gültigkeit bekommen wird. Wenn wir und ich zitiere hier frei Horst Seibert, dem stufengleichen Aufbau des Wissens vom Lehrling über die Gesellenschaft zur Meisterschaft in die Handlungspraxis übersetzen, heißt das, das neue ist nie unvermittelt, ohne Grundlage, ist nie ganz neu. Es baut auf früherem Vertrauten auf, auf solide Verfügbarem und führt es weiter. Es geht um das Geheimnis, die Kunst der weiterführenden Anknüpfung – das sagt doch dem Künstler was, wenn er nicht seiner Arroganz erliegt. Es geht darum, wie neues Wissen zur bestätigten Erfahrung hinzukommt, wie dabei – und das kann man genießen, Weisheit wächst.
Die Kunst als Weisheit bringendes Wundermittel? Ist jeder Künstler weise? Das kommt nun wieder auf die Kommunikation an. Hat der Künstler was zu sagen oder sagt mir die Form etwas; habe ich als Betrachter etwas zu erzählen. Mit dem Wissen, das es verschiedene Qualitäten und Quantitäten, ganze Geschichten oder Gestottere, oder auch blanke Luft in der Kommunikation gibt, weiß man, in der kleinen Kommunikationskammer Kunst ist das genau so. Kunst ist Kommunikation. Man kann sie erfahren. Nicht unbedingt bei jedem selbstherrlichen Event, und auch nicht immer rätselnd bei mangelnden Inhalten.
Bei genauer Sicht und bei gründlichem Hinterfragen- eine der Grundvoraussetzungen guten Gedankenaustauschs – kommen wir dahinter, das unser Dasein diese Auseinandersetzung braucht. Austauschbar mit dem Wort „Kunst“ stelle ich fest: Kleine Kommunikationen können Kleines bewirken- oder unglaublich viel oder gar nichts. Große Kommunikationen können Großes bewirken- oder wenig oder gar nichts. Die universale Kommunikation mag uns verborgen bleiben, aber die Auseinandersetzung mit unserem Umfeld bleibt. Die kleine Geschichte aus dem Bild bleibt. Der großposaunte Maler vergeht, oder andersherum. Das Band der Zeit in Raum und Geist hält alles zusammen.
Viel Spaß in der Kunst – suchen Sie Positionen, beziehen Sie eine- erfahren Sie Kommunikation
Ulrich Strube
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