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Max Beckmann PDF Drucken E-Mail

MAX BECKMANN

Die Landschaften eines Einzelgänger

 

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Basel, Kunstmuseum- Max Beckmann (1884 - 1950) scheint in diesem Herbst/Winter die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gleich drei Museen stellen sein Werk gleich-zeitig vor: das Kunstmuseum Basel, das Städel Museum in Frankfurt und das Museum der Bildenden Künste Leipzig. Allerdings ist der Ansatz jedes Mal anders. Leipzig befasst sich mit den Porträts von Beckmann (Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht, vom 17. September 2011 bis 22. Januar 2012) , Frankfurt beleuchtet Beckmanns Jahre in Amerika (Beckmann & Amerika, vom 7. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012), in Basel nun sind die Land-schaften zu sehen (vom 04. September 2011 bis 22. Januar 2012).

Es existieren etwa 250 Landschaftsbilder von Beckmann; Basel konzentriert sich auf zirka 70 Werke. Dabei werden die verschiedenen Werkphasen - von der ersten abgesehen – chronologisch nach Wohnorten gegliedert: 1.) das Frühwerk von 1902 bis 1914, 2.) die Jahre in Frankfurt von 1915 bis 1932, 3.) die Jahre in Berlin von 1933 bis 1937, 4.) die Jahre in Amsterdam von 1937 bis 1947, 5.) die Jahre in Amerika von 1947 bis 1950.

Die frühesten Bilder stammen von 1902; es sind kleinformatige Strandbilder wie „Meeresstrand, braun und grau“, 1902, „Strandlandschaft“, 1904 oder „In den Wanderdünen“, 1907. Nach den Schrecken des ersten Weltkriegs, die bei Beckmann zu einem physischen und psychischen Zusammenbruch führten, lässt sich der Künstler in Frankfurt nieder. In diesen Jahren bis 1932 wird die Landschaft zu einem wichtigen Genre („Das Nizza in Frankfurt am Main“, 1921, Seelandschaft mit Pappeln“,1924. In der „Großen Gewitterlandschaft“ von 1932 zeichnet sich schon das kommende politische Unheil ab. Durch die Nazis verliert Beckmann 1933 seine Professur in Frankfurt, und er zieht nach Berlin. Dort entstehen zahlreiche Landschaftsbilder - („Gartenlandschaft im Frühling mit Bergen“, 1934; „Springbrunnen in Baden-Baden“, 1936;

 

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„Meeresstrand“, 1934). Als entartet eingestuft, flieht Beckmann 1937 nach Amsterdam, wo er die nächsten zehn Jahre bleibt. Jetzt entstehen vermehrt französische und niederländische Landschaften („Sacré-Cœur im Schnee“, 1939; „Monaco“,

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1939; „Cap Martin“, 1941). 1947 erhält der Künstler einen Ruf nach Amerika; er folgt ihm, stirbt aber schon 1950. In diesem letzten Lebensabschnitt entstehen doch nur noch wenige Landschaften („San Francisco“, 1950).

Beckmann, der Einzelgänger unter den großen Meistern des 20. Jahrhunderts, hat seine Land-schaften nie vor dem Motiv gemalt; sie sind gleichsam „erinnerte Landschaftseindrücke“. Stets war dem Maler das persönliche Naturerlebnis wesentlich. Die malerische Qualität seiner Werke bleibt ebenso unbestritten wie die Kraft ihrer Ausstrahlung. Ungewöhnlich und auffallend bleibt die vielfach und intensiv verwendete Farbe Schwarz, bei Landschaftsbildern zumeist sehr ungewöhnlich. Die Qualität der Basler Ausstellung dürfte nicht leicht zu übertreffen sein.

Berthold Hänel

Oben links: Kleine Landschaft, Viareggio, 1925, Öl auf Leinwand, 52 x 35.5 cm; oben rechts: Marine (Côte d'Azur), 1930, Öl auf Leinwand, 90 x 60 cm, Foto: Privatsammlung Österreich; Mitte: Neubau, 1928, Öl auf Leinwand, 147 x 64 cm, Foto: Albert Fritz, Baden-Baden; unten: Riviera-Landschaft mit Felsen, 1942, Öl auf Leinwand, 55.5 x 96 cm, Foto: Peter Schälchli, Zürich; alle Abbildungen: © ProLitteris, Zürich