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Willkommen bei Jean-Gebser Akademie!

 

Jean Gebser (eigentlich: Hans Karl Rudolf Hermann Gebser) berichtet über seine Kindheit und Jugend in der autobiographischen Erzählung „Die schlafenden Jahre“.

Nach einer Banklehre folgte eine Ausbildung als Buchhändler in Berlin. Dort schrieb er sich 1924/1925 auch für wenige Semester als Werkstudent an der Humboldt-Universität Berlin ein. Er hörte unter anderem bei Werner Sombart und bei Romano Guardini.


1931 verließ er Deutschland und lebte ab 1932 einige Zeit in Spanien, wo er mit Federico García Lorca und anderen spanischen Dichtern befreundet war. 1936 erschienen seine Übertragungen spanischer Gedichte ins Deutsche unter dem Titel „Neue spanische Dichtung“ im Verlag Rabenpresse von Victor Otto Stomps. Im selben Jahr begann er (zunächst auf Spanisch) mit der Ausarbeitung der Schrift „Rilke und Spanien“, die erst 1940 auf Deutsch erschien. Ab 1937 lebte er in Paris und lernte dort die französischen Dichter Eluard, Aragon und Malraux sowie den Maler Picasso kennen. 1939 verließ Gebser Frankreich und ließ sich in der Schweiz nieder, die ihm zur Wahlheimat wurde. 1943 erschien sein „Abriss der Ergebnisse moderner Forschung“ unter dem Titel „Abendländische Wandlung“, dann „Der grammatische Spiegel“ (1944) und „Lorca oder das Reich der Mütter“ (1949).

Im Winter 1947 hatte er mit der Ausarbeitung seines Hauptwerks „Ursprung und Gegenwart“ begonnen. 1949 wurde der 1. Band beendet und veröffentlicht. Von 1950 bis 1952 arbeitete er am 2. Band, der 1953 erschien. Auf zahlreichen Kongressen und Vortragsreihen, die meist in Buchform erschienen sind, sprach er mit anerkannten Wissenschaftlern und Denkern über den Anbruch eines „aperspektivischen“ Zeitalters, wie er ihn in „Ursprung und Gegenwart“ zu zeigen versuchte, und über die neue, „aperspektivische“ Weltsicht. Zu seinen Freunden zählten Carl Gustav Jung, Adolf Portmann, Karl Kerényi und der Maler Siegward Sprotte. Sein engster Freund war der Historiker Jean Rodolphe von Salis.

1961 unternahm er eine Asienreise, die Niederschlag in dem Buch „Asien lächelt anders“ (erschienen 1968) fand. Sein letztes Werk, „Verfall und Teilhabe“, erschienen 1974, schloss er kurz vor seinem Tod ab. Zum Verständnis Gebserschen Denkens ist es ebenso wichtig wie „Ursprung und Gegenwart“, denn es bringt in Kapiteln wie „Der unsichtbare Ursprung“ und „Urangst und Urvertrauen“ in vertiefter Form Grundthemen des „integralen Bewusstseins“ zur Sprache. Jean Gebser starb am 14. Mai 1973 in Wabern (Kanton Bern). Sein Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.